„Wir bleiben für sie nur die dreckigen Immigranten“ Rassismuserfahrungen im deutschen Gangsta Rap
von Jonas Fedders 1. Einleitung "Ihr schürt den Hass gegen uns und wundert euch über Rassismus", textet der Hamburger Rapper NATE57. Damit tut der Musiker etwas, das sowohl im Gangsta Rap als auch in anderen Bereichen der Gesellschaft keineswegs selbstverständlich ist. Das Sprechen über Rassismus ist im postnazistischen Deutschland weitestgehend tabuisiert. Rassismus wird nicht als ein die gesamte Gesellschaft strukturierendes, von den Individuen auch nicht-intentional reproduziertes Phänomen verstanden, sondern als randständiges Problem von rechtsextremen Gruppen. Dementsprechend stoßen das Benennen von Rassismuserfahrungen oder der Verweis auf die strukturelle Verankerung des Rassismus nicht selten auf Abwehr und Unverständnis: „Dadurch tritt nicht die Erscheinung des Rassismus selbst als Skandal in den Blick, sondern der Hinweis auf diese Erscheinungen als rassistische wird als skandalös diffamiert“ (Messerschmidt 2010, 42). Damit einher geht, dass das explizite Benen...